Implantatversorgung

Zahnimplantate sind ein künstlicher Ersatz für einen fehlenden Zahn, genauer für eine fehlende Zahnwurzel. Dazu wird ein Schraubenkörper aus Titan oder Keramik an der Stelle in den Kieferknochen eingedreht, an der sich die natürliche Zahnwurzel befand (Insertion). Die Implantate dienen als Träger von Zahnersatz, z.B. einer Krone oder Zahnbrücke, und wachsen fest in den Kieferknochen ein.

Es handelt sich in der Regel um einen kleinen zahnärztlich-chirurgischen Eingriff, der ca. 20 bis 30 Minuten dauert. Er erfolgt unter örtlicher Betäubung, bei umfangreichen Eingriffen kann auch eine Sedierung (Beruhigungsmittel) oder Vollnarkose angewendet werden. Nach Einsatz des Implantates wird der Wundbereich wieder verschlossen. Bei vollkeramischen Implanaten wird während der Einheilungsphase eine Schiene getragen, um eine belastungfreie Einheilung zu ermöglichen.




Indikation

Mit Implantaten kann festsitzender ästhetischer Zahnersatz auch in solchen Fällen realisiert werden, in denen andernfalls nur herausnehmbare Prothesen möglich wären. Ausserdem ist im Gegensatz zur Brückenprothetik kein Beschleifen der Nachbarzähne notwendig. Implantate verhindern Knochenschwund und Vollprothesen erhalten durch Implantate einen festen Sitz.

Kontraindikation

  • Schwere Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Ausgeprägte Osteoporose
  • Schwere oder nicht eingestellte Stoffwechselerkrankungen
  • Bluterkrankungen (Gerinnungsstörungen,Leukämie etc.)
  • Bestrahlungstherapie, Chemotherapie und Einnahme bestimmter Medikamente

Risiken

Normalerweise gehört die Einpflanzung von Implantaten zu den risikoarmen Eingriffen, die heute eine beim gesunden Patienten und guter Knochenqualität 10-Jahres-Erfolgsquote von 90-95% aufweisen, wenn Sie von routinierten Spezialisten durchgeführt werden. Im Vergleich ist z.B. das Risiko eines Misserfolgs bei einer herkömmlichen Brücke auf parodontal geschwächten oder mit Wurzelstiften behandelten Zähnen nachweislich höher als bei einer implantatgetragenen Brücke.

Raucher (mehr als 10 Zigaretten/Tag !) haben ein über 50% höheres Risiko, Implantate zu verlieren als Nichtraucher. Insbesondere bei größeren Eingriffen mit Knochenaufbauten ist das Komplikationsrisiko bei Rauchern stark erhöht. Grundvoraussetzung für eine lange Lebensdauer eines Implantats ist eine optimale Mundhygiene.

Anwendungsgebiete

Durch das “Einpflanzen” künstlicher Zahnwurzeln kann in vielen Fällen auf herkömmlichen Zahnersatz verzichtet werden. Implantate sind eine zeitgemäße Alternative zum Beschleifen gesunder Nachbarzähne für eine Brücke oder das Tragen unkomfortabler Prothesen. Sie führen zu einem deutlichen Gewinn an Lebensqualität.

Wo? Bis auf wenige Ausnahmen ist das Setzen von Implantaten prinzipiell überall möglich. Bei mangelndem Knochenangebot gibt es spezielle Verfahren, um durch Eigenknochenverpflanzung und/oder künstliche Knochenersatz-Materialien diesen wieder aufzubauen. Nach entsprechender Einheilzeit kann das Implantat genauso belastet werden wie ein natürlicher Zahn.

Was tun bei wenig Knochen?

Verbesserung eines unzureichenden Knochenangebots durch Verpflanzung körpereigenen und/oder Knochenersatzmaterials und Membrantechnik
Spalten bzw. Aufdehnen von Knochen (Knochenkondensation).
Anhebung des Kieferhöhlenbodens im Oberkieferseitenzahngebiet (Sinuslift). Hierdurch wird in vielen Fällen eine Implantation im Oberkieferseitenzahnbereich erst möglich: durch vorsichtiges operatives Anheben der Kieferhöhlenschleimhaut wird durch Knochenaufbau (Gemisch aus körpereigenem Knochen und Knochenersatzmaterial) neuer Knochen in der Vertikalen gewonnen. Die Implantation kann fallbezogen sofort oder nach 6 Monaten erfolgen.

Einheilung

In der Heilungsphase lagern sich knochenbildende Zellen an der Implantatoberfläche an und umschließen sie allmählich, wie bei einer Knochenwunde. Das Implantat verbindet sich im Laufe der Zeit mit dem umgebenden Knochen und wird fester Bestandteil des Kiefers. Dieser schmerzfreie Prozess findet in einem biologischen System statt und lässt sich kaum beschleunigen. Er ist in ca. drei bis sechs Monaten abgeschlossen. Während dieser Übergangszeit wird ein Provisorium oder vorhandener, umgearbeiteter Zahnersatz eingesetzt.

Freilegung

Am Ende der Einheilphase wird das Implantat durch einen kleinen Schnitt unter lokaler Betäubung freigelegt. Eine Einheilkappe (Heilungsdistanzhülse) wird auf das Implanat geschraubt, um die sich das Zahnfleisch in den nächsten Tagen wieder schließt. Nach ca. einer Woche kann die endgültige Versorgung vorbereitet werden.

Die prothetische Phase – die Versorgung

In der prothetischen Phase, dem letzten Schritt der Behandlung, wird der Zahnersatz hergestellt. Es wird ein Abdruck des Kiefers genommen, der im zahntechnischen Labor als Grundlage für die Anfertigung von Zahnersatz dient. Je nach Aufwand und Umfang erfolgen einige Anproben der zahntechnischen Arbeit, bevor diese fest eingesetzt werden kann.

Prophylaxe und Nachsorge

Eine tägliche, gründliche Zahnpflege trägt zu einer langen Lebensdauer der Implante bei. Ebenso ist die regelmäßige zahnärztliche Kontrolle in Verbindung mit einer professionellen Zahnreinigung sehr wichtig. Negative Veränderungen, wie Entzündungen um das Implantat herum, können so rechtzeitig erkannt werden.